Das Erdbacher Nahwärme Konzept

Die Gründe für ein eigenes Nahwärmenetz liegen auf der Hand. Also haben wir am 11.11.2019 die Projektgruppe “Nahwärmenetz” gegründet und uns intensiv mit dem Thema beschäftigt, um das Beste für die Bürger in unseren Ort herauszufinden. Dabei haben wir uns nachfolgende Ziele gesetzt.

  • Geld sparen.
  • Wir möchten günstige Energie erzeugen.
  • Stabile und günstige Heizkosten.
  • Wir möchten Preisstabilität mit unseren Rohstoffen.
  • Schonung der Umwelt.
  • Nutzung der Ressourcen vor Ort.
  • Eine unabhängige Wärmeversorgung für viele Haushalte.
  • Keine Abhängigkeit von Großkonzernen.
  • Wir erzeugen unsere eigene erneuerbare Energie.
  • Investition in die Zukunft.
  • Nahwärme macht sich –  je nach Verbrauch – nach 5-10 Jahren bezahlt.

Die Gemeinschaft gründet eine Genossenschaft

Wir haben eine Genossenschaft gegründet. Seit dem 15.03.2023 sind wir eingetragenes Mietglied im Genossenschaftsverband. Eine Genossenschaft ist vergleichbar mit einem Verein wie z.B. der Sportverein oder der Natur und Vogelschutzverein. Es wird von den Mitgliedern entschieden was und wie es gemacht werden soll. Jeder hat eine Stimme. Mit der Idee eine „Bürger Energie Erdbach“ (BEE) zu gründen, halten wir uns genau an unsere definierten Ziele, nämlich Kapazitäten, Ressourcen, Personal und Kosten einzusparen.
Wir wollen für uns unabhängig günstig Energie produzieren und liefern.

Welche Vor- und Nachteile hat eine Genossenschaft?

Vorteile:

  • Demokratie – Jede Stimme zählt gleich viel, egal wie viele Anteile ein Mitglied besitzt. Dadurch wird die Genossenschaft automatisch vor zweckentfremdeten Kapitalinteressen oder ‘feindlichen’ Übernahmen geschützt.
  • Förderzweck – Eine Genossenschaft besteht ausschließlich, um ihre Mitglieder wirtschaftlich, sozial oder kulturell zu fördern.
  • Identität – Da die Mitglieder Eigentümer und Kunden zugleich sind, besteht ein großes Eigeninteresse, dass die Genossenschaft erfolgreich wirtschaftet.
  • Unterstützung – Der zuständige Prüfungsverband kontrolliert nicht nur in regelmäßigen Abständen eine Genossenschaft, sondern unterstützt sie auch in betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und steuerlichen Fragen

Nachteile:

  • Bürokratie – Der einzige Nachteil ist gleichzeitig ein großer Vorteil: Die regelmäßigen Kontrollen der wirtschaftlichen Verhältnisse durch den Prüfungsverband bedeuten zwar einen hohen Mehraufwand, garantieren aber gleichzeitig auch äußerst nachhaltiges handeln und solides wirtschaften der Genossenschaft.
    Mit einer Insolvenzquote von unter 0,1% zählen Genossenschaften als die mit Abstand sicherste Unternehmensform.

Die Erdbacher Nahwärme

Die Firma hofmann CERAMIC investiert in einen Abgaswärmetauscher und verkauft zu einem festgelegten Preis die Energie an unsere Genossenschaft. Die Energie, die durch die Abwärme der hofmann CERAMIC gewonnen wird, sind ca. 200 kW pro Jahr. Dadurch entsteht für uns keine Abhängigkeit.

Für die Heizperioden benötigen wir ca. 750 kW Energie pro Jahr. Für die Produktion bauen wir eine Heizzentrale, in der wir in zwei Hackschnitzelanlagen 950 kW Energie in Eigenregie produzieren. Mit 200 mehr kW könnten wir auch einen möglichen Ausfall der Abwärme von hofmann CERAMIC kompensieren.

Wir produzieren Energie mit einem günstigen, regionalen und nachwachsenden Rohstoff. Wir bewirtschaften unseren Wald nachhaltig, d.h. es wird nur so viel entnommen wie nachwächst.

Wärmenetz im Boden

Im Boden wird ein Leitungsnetz verlegt, welches die Wärme zu den Haushalten transportiert. Es ist Eigentum der Genossenschaft. Das Verlegen der Verrohrung ist in unserer Kalkulation der größte und teuerste Punkt; er macht ca. 70% aus.
Das ist auch der Grund warum wir jetzt möglichst viele Menschen vom Mitmachen überzeugen möchten. Es wird später kaum mehr möglich sein noch viele Anschlüsse zu ermöglichen. Vielleicht ist eine Kapazität von 5-15 späteren Anschlüssen möglich. Fakt ist, dass eventuelle Mehranschlüsse von allen in der Genossenschaft über die Jahre finanziert werden müssen. Je mehr mitmachen, umso günstiger wird es.

Egal wie und wodurch wir in ferner Zukunft unsere Energie produzieren werden, das Netz im Boden gehört uns! Wir können viele gute Produktionen an das Netz anschließen. Es könnte zukünftig z.B. sein, dass die Wasserstoff-Technik weiterentwickelt wird. Oder die Möglichkeit die Sonnenenergie von eigenen Photovoltaikanlagen optimal und preiswert speichern zu können. Auch hätten wir die Möglichkeit dem Erdbach und dem Wallborn mit Wärmetauschern die Energie nahezu kostenneutral zu entziehen.

Die Nutzung von Nahwärme in einem Dorf wie Erdbach bietet mehrere Vorteile:

1. Effizienz: Nahwärmeversorgung ermöglicht die Nutzung von effizienten Heiztechnologien wie Blockheizkraftwerken (BHKW) oder Biomasseanlagen. Dadurch wird die Energie effizienter genutzt, was Kosten senken kann.

2. Umweltfreundlichkeit: Wenn erneuerbare Energiequellen wie Biomasse oder Geothermie genutzt werden, kann die Nahwärme eine umweltfreundliche Alternative sein, die die CO2-Emissionen reduziert und zur Nachhaltigkeit beiträgt.

3. Versorgungssicherheit: In einem Dorf kann Nahwärme die Versorgungssicherheit erhöhen, da sie weniger anfällig für Störungen ist als individuelle Heizsysteme. Bei zentralisierter Versorgung gibt es weniger Ausfälle.

4. Wirtschaftliche Vorteile: Die lokale Nahwärmeinfrastruktur kann Wirtschaftsimpulse im Dorf schaffen, indem sie lokale Arbeitsplätze schafft und die Wertschöpfung in der Gemeinschaft erhöht.

5. Senkung der Heizkosten: Dank der Effizienz der Nahwärmeversorgung könnten die Heizkosten für die Bewohner langfristig sinken.

6. Vereinfachte Wartung: Ein zentralisiertes Nahwärmenetz vereinfacht die Wartung und Instandhaltung der Heizsysteme, was sowohl für die Betreiber als auch die Endnutzer bequemer sein kann.

7. Fördermittel: Für Nahwärme-Projekte gibt es oft staatliche Fördermittel, die die Umsetzung erleichtern und finanziell attraktiver machen.

Folgende Bauteile werden eventuell in deinem Keller installiert: